Wissen, erzählen, erleben

Die Advents-  und Weihnachtszeit kann eine erlebnisreiche Zeit sein. Das vermitteln Cornelia Mack und Katharina Drechsler  in ihrem Buch „Mit Kindern durch die Weihnachtszeit“. Zehn Elemente lassen sich dabei herausfiltern.

Der Advent wird erlebnisreich. Foto: I-vista_pixelio.de

 

1.    Wissen, was los ist:

Wussten Sie, dass der Bischof Martin, der später den Mantel mit einem Bettler teilte, sich in einem Gänsestall versteckte, weil er Angst hatte, zum Bischof gewählt zu werden? Oder dass der Adventskranz von dem evangelischen Pfarrer Johann Wichern erfunden wurde? Auch die Erklärung wie der Adventskranz entstand, zeigt, dass Kinder in der Weihnachtszeit Einiges dazu lernen können.

2.    Geschichten hören

Was wäre Weihnachten, ohne Geschichten zu erzählen!  Zum Beispiel als Maria vom Engel Gabriel Besuch bekam und dieser ihr eröffnete, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen werde. Oder wie wäre es einmal in die Welt eines Klosterbruders einzutauchen und seine Welt kennen zu lernen? In der Familie kann man sich auch Geschichten von früher erzählen. Wie haben die Eltern oder Großeltern früher Weihnachten gefeiert? Eine Idee ist es auch, bekannte Geschichten zu erzählen, plötzlich abzubrechen und sie selbst weiterzuspinnen.

3.    Singen

Weihnachts- und Adventslieder zu singen, das gehört doch allemal zu Weihnachten dazu. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Liederheften, aus denen man singen kann. Oder wie wäre es mit einem Wettbewerb: Wer kann die meisten Lieder auswendig? Und der Klassiker Stille Nacht: da kann  man zusätzlich erzählen, wie der Hilfspfarrer Mohr und sein Organist gemeinsam das Lied zur Gitarre schrieben, weil die Orgel kurz vor Weihnachten kaputt gegangen war.

4.    Kochen, Backen, Basteln

Weihnachten ist Werkstatt- und Küchenzeit. Da dürfen Kinder Plätzchen und Spekulatius backen, Nikolausstiefel basteln, Schneeflocken und Engel  falten,  Weihnachtskarten kreieren und Kinderpunsch brauen.

5.    Die Neben-Feiertage

Es gibt übrigens nicht nur die Adventssonntage und Weihnachten. Wer mag, kann sich einen Festtagskalender für den Advent aufschreiben: Denn der Advent war früher eine Fastenzeit und wirklich still. Dort finden sich dann einige Gedenktage an Christen. Es fängt mit dem Katharinentag am 25. November an, setzt sich mit dem Andreastag am 30. November fort und führt über den Barbaratag am 4. Dezember, dem Nikolaustag am 6. Dezember und den Tag von Marias Erwählung am 8. Dezember über den Luziatag am 13. Dezember bis zum Lazarustag am 17. Dezember  und dem Thomas-Tag am 21. Dezember.

6.    Lebendige Adventskalender


Adventskalender können aber auch zum Erlebnis werden. In vielen Gemeinden gibt es inzwischen Lebendige Adventskalender. Jeden Tag trifft man sich dann zu einer bestimmten Uhrzeit an einem anderen Haus des Ortes. Dort werden Lieder gesungen, ein Fenster besonders geschmückt, Punsch und Plätzchen verteilt oder Geschichten vorgelesen. So lernt man Tag für Tag neue Häuser und Menschen kennen. Manchmal finden sich auch lebende Krippen als Stationen am Ende.

7.    Gebete

Wann wenn nicht im Advent könnten Familien sich mal wieder auf das Beten besinnen? Zum Beispiel: „Lieber Gott, Vater im Himmel, Danke für den Advent. Das ist so eine schöne Zeit. Wir danken dir, dass wir miteinander singen können, wir danken dir, dass wir Geschichten hören, wir danken dir, dass wir mit dir reden dürfen. Du siehst worüber ich traurig bin, und was mich heute geärgert hat. Du kannst mich wieder froh machen. Hilf mir und allen Menschen dazu. Amen.“


Mit Krippenfiguren kann man auch spielen. Foto: Dieter-Schütz_pixelio.de

8.    Figuren an der Krippe

Schon längst gehören sie zum Brauchtum unter dem Baum: die Krippenfiguren. Warum nicht mal mit ihnen spielen, in der Rolle, die sie haben? Der Engel, der zu den Hirten spricht: „Fürchtet euch nicht“. Die Hirten, die erschrecken, als sie die Botschaft hören und dann loseilen zur Krippe. Maria und Josef, die sie sich über ihren wundervollen und ereignisreichen Weg wundern. Die Weisen, die von ihrer Suche nach dem Kind erzählen, bis hin zu den Schafen, die ahnen, dass in dieser Nacht etwas Besonders geschehen sein muss.

9.    Weihnachts-ABC

Wer jetzt genügend über Weihnachten weiß, gelesen und gesungen hat, der kann sicher ein Weihnachts-ABC aufstellen. Von wie Advent und B wie Bethlehem über L wie Lebkuchen und O wie Ochs und Esel bis Z wie Zimt.

10.    Party für Jesus

Und zum Schluss geht es dann in der Familie ganz unkonventionell zu: Kein besinnliches Weihnachtsfest wird gefeiert, sondern eine Party zur Geburt Jesu wird gegeben, mit Pantomimespielen, Weihnachtsquiz, Flüsterspielen und Weihnachtspunsch.
So wird die Adventszeit lebendig.



 

Buchtipp:

 

Cornelia Mack und Katharina Drechsler: Mit Kindern durch die Weihnachtszeit. Backen, basteln, singen, lesen. SCM-Verlag 2015, 189 Seiten, 19,95 Euro. ISBN 978-3-417-28683-0.

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